SV Adler Dellbrück reagiert auf Bericht über fehlende Sportflächen
Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet aktuell über die Schwierigkeiten einer Familie aus Dünnwald, für ihren Sohn einen Platz in einem Fußballverein zu finden. Aus Sicht des SV Adler Dellbrück beschreibt der Artikel ein Problem, auf das wir seit Jahren aufmerksam machen: Die Kinder wollen spielen. Die Vereine wollen sie aufnehmen. Was fehlt, sind die Sportflächen.
Als Breitensportverein erleben wir täglich die hohe Nachfrage nach unseren Angeboten. Bereits seit mehreren Jahren setzen wir uns gegenüber Politik und Verwaltung dafür ein, die Sportinfrastruktur in unserem Stadtteil bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und vorhandene Sportflächen zu erhalten.
Aus diesem Anlass haben wir dem Kölner Stadt-Anzeiger einen Leserbrief übermittelt, den wir nachfolgend veröffentlichen.
Zum Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers
Leserbrief zum Artikel „Mein Sohn will einfach nur kicken“
Der Beitrag über die verzweifelte Suche einer Mutter nach einem Fußballverein hat uns sehr angesprochen. Nicht, weil uns die geschilderte Situation überrascht – sondern weil wir als SV Adler Dellbrück seit Jahren auf genau diese Entwicklung aufmerksam machen.
Die Kinder wollen spielen. Die Vereine wollen sie aufnehmen. Was fehlt, sind die Sportflächen.
Als Breitensportverein erleben wir täglich, wie groß der Wunsch vieler Kinder und Jugendlicher ist, einfach Fußball zu spielen – unabhängig von Talent oder Leistungsniveau. Gleichzeitig stoßen viele Vereine an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Nicht, weil es an ehrenamtlichem Engagement fehlt, sondern weil Trainings- und Sportflächen fehlen.
Bereits vor mehreren Jahren haben wir Politik und Verwaltung darauf hingewiesen, dass die vorhandenen Kapazitäten mit dem Wachstum unseres Stadtteils nicht Schritt halten. Neue Wohngebiete bringen erfreulicherweise viele junge Familien nach Dellbrück. Gleichzeitig wächst die Sportinfrastruktur nicht im gleichen Maße mit. Die Folge sind Wartelisten und Absagen an Kinder, die eigentlich nur Teil einer Mannschaft sein möchten.
Dabei geht es um weit mehr als Fußball. Sportvereine vermitteln Gemeinschaft, Integration, Fairness und Verantwortung. Sie schaffen Orte, an denen Kinder und Jugendliche Freundschaften schließen, Selbstvertrauen entwickeln und von engagierten Ehrenamtlichen begleitet werden. Diese gesellschaftliche Leistung lässt sich nicht hoch genug einschätzen.
Der aktuelle Artikel zeigt, dass es sich längst nicht mehr um das Problem einzelner Vereine handelt, sondern um eine gesamtstädtische Herausforderung. Umso wichtiger ist es, vorhandene Sportflächen zu erhalten, nach zwischenzeitlichen Nutzungen zügig wieder für den Vereinssport bereitzustellen und die Sportinfrastruktur konsequent mit der Stadtentwicklung mitzudenken.
Die Diskussion kommt dabei zu einem richtigen Zeitpunkt. Mit den angekündigten Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Debatte um die Olympiabewerbung bietet sich die Chance, den seit Jahren bestehenden Investitionsstau im Breitensport entschlossen anzugehen. Eine familienfreundliche Stadt braucht nicht nur neue Wohnungen, sondern auch genügend moderne Sportanlagen für die Kinder und Jugendlichen, die dort aufwachsen.
Wir als SV Adler Dellbrück werden diesen Weg weiterhin konstruktiv begleiten. Das haben wir in den vergangenen Jahren getan – im Dialog mit Politik und Verwaltung und zuletzt auch im Zusammenhang mit der Forschungsbohrung am Thurner Kamp. Unser Ziel war und ist es, Lösungen zu finden, die unterschiedlichen öffentlichen Interessen gerecht werden.
Denn am Ende geht es um eine einfache Botschaft: Die Kinder wollen spielen. Die Vereine wollen sie aufnehmen. Jetzt braucht es den politischen Willen, die notwendigen Sportflächen bereitzustellen.
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